Die Ausstellung führt die enge kulturelle und wirtschaftliche Verflechtung
von Regensburg in Europa vor Augen: Die Regensburger Bauwerke werden
entsprechenden Bauten in Europa gegenüber gestellt. So wird gezeigt, wie
international die Kultur im Mittelalter war, und welchen Rang Regensburg in
dieser Epoche europaweit hatte. Die Ausstellung ist ein Beitrag zur Aufnahme
der Stadt Regensburg in die Welterbeliste der UNESCO im Jahre 2006.
Der im November 2005 verstorbene Journalist Peter Brielmaier und der
Fotograf Uwe Moosburger haben sich in den Jahren 2004 bis 2006 auf
Spurensuche in Europa gemacht und in vielen Regionen Europas spannende
Entdeckungen gemacht: Das Vorbild für den Regensburger Dom findet sich
beispielsweise in Troyes in der Champagne, und die Steinerne Brücke, die im
Mittelalter als Weltwunder galt, hat ihre Vorbilder in den römischen
Brückenbauten wie der Engelsbrücke in Rom. Das Vorbild für die Grabkapelle
des Regensburger Bischofs Hartwig I. steht nördlich von Mailand in Mariano
Comense, und direkt neben der Rialto-Brücke in Venedig liegt die
Handelsniederlassung der deutschen Kaufleute, der „Fondaco dei tedeschi“. In
dieser mittelalterlichen Handelszentrale führten die Regensburger Kaufleute
Jahrhunderte lang den Vorsitz.
Die Regensburger Fernhandelskaufleute des Mittelalters haben die Reize
Italiens für sich entdeckt: Neben italienischem Wein importierten sie auch
die Idee der Geschlechtertürme. So kommt es, dass heute in Regensburg eine
ganze Anzahl von mittelalterlichen Wohntürmen steht. Das meist bekannte
Beispiel in Italien ist das Städtchen San Gimignano in der Toskana, dessen
Silhouette bis heute durch die Streittürme geprägt wird. |